Geschichte

Die Geschichte der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Hildesheim geht bis in das Jahr 1950 zurück. Im Februar und März dieses Jahres entstanden erste Aufzeichnungen über den geplanten Aufbau einer Katholischen Eheberatung in Hannover. Im Mai 1950 wurde auf Initiative der Katholischen Frauenverbände in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband und anderen Wohlfahrtsverbänden in Hannover die erste katholische Eheberatung etabliert.

Am 01. Februar 1952 wurde in Hildesheim die Katholische Eheberatungsstelle eingerichtet. Vorher hatten engagierte Laien in der „Vertrauensstelle für Verlobte und Eheleute“ Eheberatung angeboten.

Ebenfalls 1952 gründeten Privatleute die „Lüneburger Arbeitsgemeinschaft für Jugend und Eheberatung“. Ihr Ziel war „die in christlicher Anschauung betriebene Eheberatung“. Medizinische und juristische Fragen standen damals im Vordergrund.

In Göttingen begannen in der 60er Jahren zwei Rechtanwältinnen „scheidungswillige“ Ehepaare zu beraten. Damals galt noch das Scheidungsrecht mit dem Schuldprinzip. Die Scheidungsprozesse waren oft für alle Beteiligten zermürbend und demütigend.

In Braunschweig gab es 1965 erste Überlegungen des Propstes und des Caritas-Geschäftsführers, eine Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle einzurichten. Die Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung auf Initiative engagierter Laien begann in Salzgitter im Jahr 1971. Im Jahr 1972 folgte in Celle auf Initiative der evangelischen Kirche.

1973 startete die EFL in Wolfsburg. Hier entsteht die Beratungsstelle zunächst in Trägerschaft beider Kirchen und in Kooperation mit der Stadt Wolfsburg. Die Kooperation mit der Stadt besteht bis heute.

Ab Anfang der 70er Jahre übernimmt das Bistum Hildesheim weitgehend die Trägerschaft der bis dahin entstandenen Eheberatungsstelle. 1975 wird der erste Fachreferent für Ehe-, Familien- und Lebensberatung eingestellt. 1976 startet der erste Weiterbildungskurs Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim und nach und nach beginnt der Ausbau der EFL-Stellen:

1977 in Hameln, 1978 in Verden, 1980 in Bremen-Nord und in Duderstadt, 1981 in Stade, 1989 in Bückeburg und in Peine, 1996 in Buchholz.

Allen Stellen gemeinsam ist, dass sie vor allem in den Anfängen ehrenamtlich und später auf Honorarbasis aufgebaut wurden. Organisiert wurden die Stellen als Teams mit gewählten Sprechern.

Die Wende in der Geschichte der EFL im Bistum Hildesheim begann, als 2003 vor dem Hintergrund der seit der Mitte der 90er Jahre bestehenden Scheinselbstständigkeitsgesetze allen Hauptamtlichen die Leitung aller EFL-Stellen übertragen wurden. Da es nicht in allen Stellen Hauptamtliche gab, übernahmen die Kolleginnen und Kollegen in der Regel zwei Beratungsstellen. Die bisher gleichberechtigten Honorarkräfte durften keine Öffentlichkeitsarbeit mehr übernehmen und die Stelle nicht mehr nach außen vertreten. Statt der bisherigen Sprecherkonferenzen wurden Leiterkonferenzen eingeführt.

Ein massiver Strukturwandel erfolgte ab 2009 als die bis dahin aufgebaute Zusammenarbeit in Einzelfällen gerichtlich als Scheinselbstständigkeit bewertet worden war.

Ab 2010 entstand das Konzept „EFL ab 2011“, das den gebotenen juristischen Veränderungen Rechnung trägt und darüber hinaus eine inhaltliche Weiterentwicklung der EFL im Bistum Hildesheim formuliert.  Die wichtigste Änderung ist, dass Beratungsangebote nicht mehr nur in der Beratungsstelle sondern auch an anderen Orten stattfinden können. Beratungsangebote können seitdem bspw. auch in Kindertagesstätten, Seniorenheimen, Gemeinderäumen stattfinden. Dadurch entstehen neue Beratungsangebote wie etwa die Paarberatung der EFL Göttingen/Duderstadt auf der Frühchenstation des Uniklinikums Göttingen.