Nachgefragt - 5 Fragen an Bettina Bockwoldt

Bettina Bockwoldt, Jahrgang 1962, leitet seit August 2009 die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Wolfsburg/Helmstedt.

1. Wie sind Sie zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim gekommen?
Vor meinem Wechsel zur EFL war ich fast 20 Jahre lang als Pastoralreferentin im Bistum Hildesheim tätig. In dieser Tätigkeit habe ich vor allem die Bereiche Klinikseelsorge und Citypastoral bearbeitet. Die Arbeit in der EFL ist für mich eine Weiterführung und Intensivierung meiner Berufsbiografie. Denn mein Antrieb ist es, die katholische Kirche in der Gesellschaft freundlich, lebensnah, zugewandt und kompetent zu repräsentieren und dazu beizutragen, dass sich Menschen (einschließlich meiner selbst) weiter entwickeln. 

2. Was machen Sie morgens als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen?
Ich bin morgens die Erste im Büro, gehe durch alle Räume und öffne zunächst die Fenster, um frische Luft hereinzulassen. Dann setze ich Wasser auf, und wenn meine Kollegen ankommen, ist manchmal Zeit für ein gemeinsames Tässchen Tee.

3. Was macht Ihnen in Ihrem Berufsalltag besonders viel Freude?
Ich finde es schön, Veränderungsprozesse zu begleiten, etwa wenn Einzelne und Paare verstehen, warum sie so geworden sind, wie sie sind, und dass sie aus diesem Grund so handeln, wie sie es tun. Denn Veränderung setzt genau dieses Verständnis voraus. Wenn die Partner das erkennen und dann einfühlsam und aufmerksam füreinander werden, dann macht mir die Arbeit richtig Spaß.

4. Welches berufliche Erlebnis hat Sie besonders geprägt?
Mich hat ein älteres Paar beeindruckt, das nach einer langen Phase der gegenseitigen Verletzungen und Entwertungen schließlich im Angesicht der totbringenden Krankheit des Mannes es doch noch geschafft hat, den anderen und sich selbst in der ganzen Widersprüchlichkeit und Ratlosigkeit  anzuerkennen. In dieser  Akzeptanz hat das Paar seinen Frieden miteinander gefunden.

5. Was ist Ihr persönlicher Tipp für eine glückliche Partnerschaft?
Nehmen Sie  Ihren Partner  immer wieder in den Blick. Sehen Sie hin: Was denkt Ihr Partner, was fühlt er und wie tickt er? Versuchen Sie, mit seinen Augen die Welt zu sehen, und setzen Sie sich dazu in Beziehung.