Kooperation mit Frühchenstation

Die Zeit nach der Geburt des ersten Kindes ist für die meisten Partnerschaften eine Belastungsprobe. Bei Eltern von Frühchen ist der Druck nochmals potenziert. Viele Paare von Kindern, die zu früh geboren werden, befinden sich in einer Grenzsituation. Die Geburt passiert häufig völlig unerwartet. Meist werden die Kinder per Kaiserschnitt geholt. Es folgt eine aufreibende Zeit, in der die Neugeborenen im Inkubator liegen und durch viele Schläuche an technische Geräte angeschlossen sind.  Für die meisten Elternpaare ist diese Situation ein Schock, viele entwickeln sogar eine posttraumatische Belastungsstörung.

„Entwickeln Eltern von zu früh geborenen Kindern eine posttraumatische Belastungsstörung, kann sich stark auf die Bindungsfähigkeit zum Kind auswirken“, erläutert Annette Karr-Schnieders, Leiterin der Diözesanstelle EFL im Bistum Hildesheim und Leiterin der Beratungsstelle Göttingen/Duderstadt. „Aus diesem Grund ist die aufsuchende Arbeit auf der Station so wichtig.“ Die EFL arbeitet im Kooperationsprojekt am Universitätsklinikum Göttingen mit der EFL-Beraterin und  Hebamme Katharina Baumgärtel zusammen. In ihrer Rolle als Hebamme baut sie Brücken zum Elternpaar und erleichtert dadurch die Annahme von begleitender Beratung. „In allen Gesprächen zeigt sich, wie stärkend es ist, wenn die Paare die Geburtserfahrung gemeinsam verarbeiten und zusammen Strategien für den weiteren Weg finden“, so Karr-Schnieders.

Das Kooperationsprojekt zwischen der EFL-Beratungsstelle Göttingen/Duderstadt und der Frühchenstation am Universitätsklinikum Göttingen lief von April 2013 bis November 2016.