Nachgefragt – 5 Fragen an Gregor Branahl

Gregor Branahl, Jahrgang 1965, leitet seit 2013 die Lebensberatung im [ka:punkt] in Hannover.

1. Wie sind Sie zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim gekommen?
Bereits bei meiner vorherigen Tätigkeit als Pastoralreferent in der Seelsorge hat mir die Begleitung  von Menschen viel Freude bereitet.  Durch die Qualifizierung in psychologischer Beratung und die Arbeit in der Beratungsstelle habe ich die Möglichkeit, Ratsuchenden ganz konkret dabei zu helfen, schwierige Lebenssituationen zu meistern und ihren eigenen Weg zu gehen.  Das ist für mich eine sehr sinnvolle und befriedigende Tätigkeit. 

2. Was machen Sie morgens als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen?
Ich öffne das Fenster und lasse frische Luft herein. Dann starte ich den PC und verschaffe mir einen ersten Überblick über eingegangene  E-Mails und meine nächsten Termine. Danach bereite mich auf meine ersten Klienten vor,  indem ich meine Notizen durchgehe und mir ihre Gesichter vorstelle. Oft schaue ich nach den ersten Gesprächen in unserem Raum der Stille, der „Hauskapelle“ im [ka:punkt], vorbei oder suche den Austausch mit Kolleginnen oder anderen Mitarbeitern im Haus.

3. Was macht Ihnen in Ihrem Berufsalltag besonders viel Freude?
Es gefällt mir, dass wir mit unserer Beratungsstelle Teil eines größeren Projektes der katholischen Kirche in der Innenstadt von Hannover sind. Hier finden Menschen Rat und Hilfe in unterschiedlichsten Problemlagen. Sie kommen aber auch, weil sie bei einer Tasse Kaffee die Gastfreundschaft genießen, sich einen Augenblick ausruhen und entspannen möchten oder weil sie einfach einen netten Kontakt suchen. So ist unser Angebot eingebettet in ein freundliches, niedrigschwelliges und positives Ambiente. Das erleichtert vielen Klienten den Zugang zu unserer Beratungsstelle.

4. Welches berufliche Erlebnis hat Sie besonders geprägt?
Besonders bedrückend finde ich Situationen, in denen eine schwere Erkrankung oder ein anderer Schicksalsschlag die Lebenssituation eines Klienten oder eines Paares belastet: Wie gestaltet ein Ehepaar seine Beziehung, nachdem ihnen der Arzt eröffnet hat, dass einer der Partner nur noch sechs Monate zu leben hat? Auf der anderen Seite erinnere ich mich gern an Fälle, in denen sich Partner entschieden haben, einen gemeinsamen Neuanfang zu wagen, und sich wieder ineinander verliebt haben.

5. Was sind Ihre persönlichen Tipps für eine glückliche Partnerschaft?
1. Bleiben Sie immer im Gespräch. 2. Denken Sie daran, die eigenen Batterien immer wieder aufzufüllen, sodass genug Energie für die Partnerschaft bleibt.  3. Räumen Sie Ihrer Beziehung Priorität vor allen anderen Dingen ein.  4. Suchen Sie eine gute Balance zwischen Geben und Nehmen . 5. Bedenken Sie Ihren Partner mindestens fünf Mal so oft mit positiven Worten, Gesten oder Taten (Lob, Zärtlichkeit, Anerkennung, Hilfe) als mit negativen (Kritik, Übersehen, Nichteinhaltung von Absprachen).