Nachgefragt – 5 Fragen an Heike Pätzold

Heike Pätzold, Jahrgang 1969, leitet seit 2008 den katholischen Teil der ökumenischen Ehe- und Lebensberatung in Lüneburg.

1. Wie sind Sie zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim gekommen?
In der EFL geht es in fast allen Gesprächen um die grundsätzlichen Fragen des Lebens: um die Liebe, die Familie, die eigene Lebensaufgabe, um Trauer und Freude, um Streit und Versöhnung. Ich habe mich für diese Arbeit entschieden, weil ich mich schon immer gern mit den tiefer gehenden Fragen des Lebens beschäftigt habe. Es macht mir Spaß, für Menschen, die auf der Suche sind und die in ihrem Leben etwas verändern wollen, Begleiterin und Beraterin zu sein.

2. Was machen Sie morgens als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen?
Wenn ich morgens ins Büro komme, habe ich schon eine lange Zugfahrt hinter mir. Während der Fahrt lese ich, höre Musik oder hänge einfach meinen Gedanken nach. So kann ich mich im Büro meist schnell auf meine Arbeit einstellen. In der Regel führe ich morgens zunächst ein Gespräch mit der Sekretärin, um mich über wichtige Anrufe, Mails oder Briefeingänge zu informieren. Dann starte ich mit den anstehenden Aufgaben auf meiner To-do-Liste oder beginne mit meinen Beratungsgesprächen.

3. Was macht Ihnen in Ihrem Berufsalltag besonders viel Freude?
Es ist immer wieder besonders schön zu erleben, wenn ein Mensch mit neuer Kraft und neuem Mut aus einer Beratung herausgeht. Wenn er oder sie es geschafft hat, einen Großteil der Krise zu überwinden, und wieder Licht am Horizont sieht. Oder wenn ein Paar wieder einen guten gemeinsamen Weg gefunden hat und glücklich mit neuer gemeinsamer Perspektive aus der Beratungsstelle geht. Insgesamt freue ich mich immer, wenn es Menschen gelingt, aus alten Mustern auszubrechen und neue Dinge in ihrem Leben auszuprobieren, die zeigen: Veränderung ist möglich!

4. Welches berufliche Erlebnis hat Sie besonders geprägt?
Ich fand es unheimlich schön, als Leiterin das 60-jährige Jubiläum unserer Beratungsstelle mitfeiern und mitgestalten zu dürfen. Ich finde, es ist etwas Besonderes, dass es diese Arbeit schon so lange gibt und dass das Beratungsangebot über die Jahrzehnte von immer mehr Menschen angenommen und als etwas Selbstverständliches betrachtet wird. Eingeprägt hat sich für mich an diesem Tag, dass die Beratungsarbeit sowohl innerkirchlich als auch in Stadt und Land eine hohe Wertschätzung erfährt. Das hat mir die Zuversicht gegeben, dass wir mit unserem Beratungsangebot noch viele Jahre für unsere Klienten da sein können.

5. Was ist Ihr persönlicher Tipp für eine glückliche Partnerschaft?
Aus eigener Erfahrung finde ich es sehr wertvoll, einmal in der Woche einen „Paarabend“ einzuplanen, an dem klar ist: Dieser Abend gehört nur mir und meinem Partner. Der Termin muss dann nicht mit anderen Vorhaben konkurrieren. Er ist fest im Kalender eingetragen und bietet die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu unternehmen und sich außerhalb des Alltags als Paar zu erleben.