Nachgefragt – 5 Fragen an Birgit Asmuß

Birgit Asmuß, Jahrgang 1961, leitet seit 2009 die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Verden.

1. Wie sind Sie zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Hildesheim gekommen?
Die EFL in Verden suchte vor inzwischen rund 17 Jahren weitere Beraterinnen. Damals habe ich als Honorarkraft in der Beratungsstelle angefangen. Vorher war ich bereits in der sozialen Beratung beim Caritasverband beschäftigt. In dieser Arbeit ging es hauptsächlich um praktische und finanzielle Hilfen. Mir gefiel die neue Aufgabe bei der EFL, weil ich mich hier auch in seelsorgerlichen Fragen um Menschen kümmern konnte, und ich absolvierte die Ausbildung im Bistum Hildesheim.

2. Was machen Sie morgens als Erstes, wenn Sie ins Büro kommen?
Meine Arbeitszeiten sind sehr unterschiedlich. Sie richten sich meist danach, wann ich Beratungstermine oder Arbeitstreffen habe. Wenn ich in die Stelle komme, höre ich zuerst den Anrufbeantworter ab und schaue die neue Post durch. Oft sind Beraterinnen da. Weil ich sie als freie Mitarbeiterinnen nicht regelmäßig sehe, nehme ich mir dann gern Zeit für Austausch oder organisatorische Absprachen.

3. Was macht Ihnen in Ihrem Berufsalltag besonders viel Freude?
Der Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen mit ihren verschiedenen Biografien und Fragen bereitet mir jedes Mal wieder Freude. Es ist beglückend zu sehen, wenn jemand aus einer schweren Krise wieder ins Leben findet oder mit neuem Selbstwertgefühl weitergehen kann. Ich habe viel Freiraum für die Gestaltung der Beratungen und kann mich selbst mit meinen Ideen und Erfahrungen einbringen –  das ist im Berufsleben oft nicht selbstverständlich. Auch den Kontakt mit Kollegen aus anderen örtlichen sozialen Diensten erlebe ich als sehr fruchtbar.

4. Welches berufliche Erlebnis hat Sie besonders geprägt?
Wir erleben in der Beratung oft erschütternde Schicksale und schwere Krisen, die Menschen ertragen müssen. Es gibt dabei keine kleineren oder größeren Sorgen. Jeder Mensch erlebt seine eigene Geschichte ganz individuell belastend. Ich habe gelernt, vor jeder Geschichte Respekt zu haben und jede Sorge absolut ernst zu nehmen. Besonders berührt bin ich meist, wenn Kinder betroffen sind.

5. Was ist Ihr persönlicher Tipp für eine glückliche Partnerschaft?
Paare sollten in zwei Richtungen achtsam bleiben: Auf der einen Seite sollten sie verantwortungsvoll mit sich, den eigenen Kräften und Bedürfnissen umgehen und andererseits stets die Verantwortung für die Beziehung wahrnehmen. Es ist von Anfang an eine gute Balance nötig, wenn es um Wünsche, Pläne, Bedürfnisse, Erwartungen, aber auch Konfliktmuster und Streitkultur geht. Man sollte nie aufhören, den anderen mit einem liebevollen Blick zu sehen und sich gegenseitige Wertschätzung zu zeigen. Ich setze in Beratungen übrigens gern auf Humor!